Vielleicht wird mir mein Schweizer Pass abgenommen, wenn ich das sage, aber mal ehrlich: Schweizerdeutsch ist keine schöne Sprache. Es klingt nicht romantisch, wenn jemand «I liäbä di» sagt, und die gutturalen Laute, die wir dauernd ausstos-sen, klingen wie Vorbereitungen zum Spucken (chhhh-kkk) oder wie Schmerzensschreie (äää-ü).
Genau deshalb versuche ich Mam von der Sinnlosigkeit zu überzeugen, ihren amerikanischen Freunden Schweizerdeutsch erklären zu wollen. Das ist unmöglich. Doch ich werde mit Fragen bombardiert: Warum ist ein Mädchen ein Neutrum und ein Tisch männlich? Warum beendet man viele Sätze mit «gäu»? Und ist «äuä» wirklich ein Wort? Dann die vielen Wörter, die verwirrenderweise verschiedene Bedeutungen haben. Ein sprechender Stift? Nein, kein neuartiger Kugelschreiber, sondern ein Lehrling, der redet.
Trotz dieser Probleme hat unsere Sprache neue Fans gefunden. Denn welche Sprache kann mit Worten wie «Chrüsimüsi» und «Gigelisuppe» protzen?










